Freitag, 30. März 2018

Dessau wird immer häßlicher

Wenn ich heute durch Dessau laufe, dann stelle ich fest, daß es nicht mehr meine Heimatstadt ist. Was jetzt an „Modernisierung“ der vorhandenen Bausubstanz stattfindet, das kann man nur als Kitsch bezeichnen, von dem Abriß ganzer Stadtviertel ganz zu schweigen, was eine einzige Schande ist.

Nur ein paar wenige Beispiele:

Da wurde das Klubhaus der Werktätigen in Dessau-Süd abgerissen um Platz zu machen für einen Parkplatz und einen häßlichen Supermarkt in Barackenform.

Freier Platz (Romanjuk-Platz) vor der Scheibe Nord, jetzt behaut (hinein gequetscht)

Oder, der freie Platz zwischen der Scheibe Nord und der „Scheibe“ Süd wurde mit dem Klotz des Rathaus-Centers bebaut, hinein gequetscht, so daß man das Rathaus vom Stadtpark aus nicht mehr sehen kann und die ganze Großzügigkeit verloren ging. Wo der ehemalige Romanjuk-Platz mit dem Stadtpark zu DDR-Zeiten noch eine große grüne Insel in der Innenstadt bildeten, so ist jetzt nur noch kleinstädtische Enge vorhanden, die nun, da man den Stadtpark durch den Wahnsinnsbau des Bauhaus-Museums noch weiter verkleinert, noch spießbürgerlicher wird.

2018: "Modernisierung": kitschige Farbgestaltung

Auf der gegenüberliegenden Seite, ein barackenartiger Lidl-Bau, dafür wurden alte Dessauer Bauten abgerissen


Schade auch die Verhunzung des Hochhauses in der Amalienstraße durch eine kitschige Farbgestaltung. Das Gebäude wurde Ende 1964, Anfang 1965 fertiggestellt und war architektonisch ein Kleinod. Im Haus gab es 71 Ein-Raum-Wohnungen und im Erdgeschoß war die bei uns Jugendlichen so beliebte Milch-Mokka-Bar mit ihrer schönen Neon-Reklame von zwei Gläsern und einem Milch-Shaker. Angebunden an das Hochhaus war eine HO-Kaufhalle, alles in einem einheitlichen architektonisch wunderbaren künstlerischen Stil. Statt nun dies zu erhalten, wurde jetzt „modernisiert“ und dadurch das gesamte Gebäude verhunzt. 
 
So sah das Gebäude mal aus: 
 

 
 

Keine Kommentare: